Steht eine Dachrenovierung an, denken viele Hausbesitzer sofort an neue Ziegel. Dabei sind die Alternativen mittlerweile vielfältig.
Kann ich jedes Material nutzen?
Das kommt ganz auf Ihr Haus an. Einige Dacheindeckungen erfordern eine bestimmte Dachneigung. Andere beeinflussen durch ihr Gewicht die Statik des Gebäudes. Hier kann es also Einschränkungen geben.
Dacheindeckungen im Überblick
Dachziegel
Diesen Klassiker aus Ton oder Lehm gibt es schon seit der Antike. Er eignet sich wunderbar für geneigte Dächer und liegt preislich bei etwa 25-50 €/m². Mit Ziegeln eingedeckte Hausdächer können bis zu 80 Jahre halten.
Betonsteine
Bei Steinen denken wir schnell an Quader. Dachsteine aus Beton sehen für den Laien jedoch aus wie Ziegel. Das Material ist allerdings günstiger – und deutlich schwerer. Sie bekommen die Steine schon ab etwa 7 €/m². Aufgrund des hohen Eigengewichts ist die Dacheindeckung besonders sturmfest. Lassen Sie aber vor dem Kauf prüfen, ob Ihr Haus diese Last auch tragen kann. Die Lebensdauer der Dachsteine beträgt bis zu 80 Jahre.
Schieferplatten
Wer sich bei seinem Dach für Schiefer entscheidet, hat für lange Zeit Ruhe. Über 100 Jahre kann so eine Dacheindeckung halten. Sie ist sehr witterungsbeständig und zeitlos schön – aber auch teuer. Je nach Art und Verarbeitung müssen Sie mit 60-180 €/m² rechnen.
Metall
Zu laut und zu industriell? Nicht unbedingt! In Verbindung mit einer guten Dachdämmung als Schallschutz erweisen sich Aluminium, Kupfer und Titanzink als äußerst vorteilhafte Materialien für die Dacheindeckung: Sie haben ein geringes Gewicht, halten bis zu 50 Jahre oder länger und sind sehr robust.
Aluminium: braucht eine Neigung von mindestens 10°, hat ein geringes Gewicht, viele Farben verfügbar, wartungsarm, etwa 25-35 €/m²
Kupfer: flexibel und pflegeleicht, wartungsarm, lange Lebensdauer (100+ Jahre), robust gegen Witterung, natürliche Patina, etwa 80-100 €/m²
Titanzink: flexibel, wartungsarm, robust, langlebig (75-100 Jahre), gegen Witterung, natürliche Patina, etwa 50 €/m²
Bitumen
Dieser Werkstoff kommt häufig bei Flachdächern, Gartenhäusern und Garagen zum Einsatz. Er ist besonders leicht zuzuschneiden und lässt sich flexibel verlegen. Mit einem Startpreis von etwa 15 €/m² gehört Bitumen zu den günstigeren Dacheindeckungen. Bitumenschindeln haben sich inzwischen auch für Wohnhäuser mit mindestens 15° Dachneigung etabliert. Die Haltbarkeit beträgt jedoch nur etwa 20-35 Jahre.
Flachdach
Flachdächer kommen heute bei modernen Wohnhäusern immer häufiger zum Einsatz. Besonders wichtig ist hier eine hochwertige Abdichtung, damit Regenwasser zuverlässig abgeführt wird und keine Feuchtigkeit ins Gebäude eindringt. Häufig werden dafür Bitumenbahnen oder Kunststoffdachbahnen verwendet. Auch Systeme von Herstellern wie alwitra sind in diesem Bereich bekannt, da sie speziell für die Abdichtung von Flachdächern entwickelt wurden. Die Kosten hängen stark vom Aufbau, der Dämmung und dem gewählten Abdichtungssystem ab, liegen aber oft über denen einfacher Steildachlösungen. Dafür überzeugt das Flachdach mit einer klaren, modernen Optik und der Möglichkeit, die Dachfläche zusätzlich zu nutzen – etwa als Terrasse oder für eine Begrünung.
Dacheindeckung der Zukunft: Sandwichpaneele
Was bisher eher als Produkt für Industriegebäude galt, erobert nun langsam auch die Wohnhausdächer. Sandwichpaneele bestehen aus zwei Metallaußenschichten und einem effektiven Dämmkern – in der Regel Hartschaum oder Mineralwolle. Die Platten sind sehr stabil und bringen dabei ein geringes Eigengewicht mit. Sie eignen sich für nahezu alle Dachformen ab einer Neigung von 3°. Für Sandwichpaneele müssen Sie etwa 25-80 €/m² einkalkulieren. Die Lebensdauer beträgt 30-40 Jahre.

Schieferdächer wirken edel und ästhetisch.


